MS-Lexikon

MS Gemeinsam-Symbol zeigt, zu welchen Themen in der App detaillierte Informationen bereitstehen

 

A

Acetylcholin

Neurotransmitter, der in den Synapsen verschiedener Anteile des Nervensystems gespeichert ist.

Alemtuzumab

Medikament zur Therapie von MS (bestimme Verlaufsform/Krankheitsschwere).

Anamnese MS

Krankengeschichte mit Angaben zu Art und Verlauf der Beschwerden, aber auch wichtigen Zusatzinformationen. Sollte zu Beginn einer Diagnose von Ihrem Arzt in jedem Fall erhoben werden.

Anticholinergika

Substanzen, die die Wirkung von Acetylcholin in den Nervenenden (Synapsen) unterdrücken; evtl. in Medikamenten gegen bestimmte Blasenstörungen eingesetzt.

Antigen

Substanz, die vom Körper als fremd erkannt und vom Immunsystem bekämpft wird

Antikörper

Abwehrstoff, der zusammen mit anderen Bestandteilen des Immunsystems fremde Substanzen erkennt und bekämpft

Antispastika

Mittel zur Behandlung der Muskelsteifigkeit

Ataxie

Störung der Koordination von Bewegungsabläufen

Autoimmunerkrankung

Krankheit, bei der das Immunsystem bestimmte Teile des eigenen Körpers als fremd erachtet und bekämpft

Autoinjektor

Ein stiftartiges Gerät, mit dem ein flüssiges Medikament unter die Haut gespritzt werden kann.

Autonomes oder vegetatives Nervensystem

Nervenfasern, die unabhängig vom Bewusstsein arbeiten und lebenswichtige Körperfunktionen wie z. B. den Herzschlag, die Atmung oder die Verdauung koordinieren.

Azathioprin

Ein Medikament (Immunsuppressivum), welches die Immunabwehr unterdrückt.

 

B

B-Zellen

Eine bestimmte Art von Immunzellen, die in der Lage sind, Antikörper gegen erkannte Antigene zu bilden und so die körpereigene Abwehr zu unterstützen.

Blut-Hirn-Schranke (BHS)

Grenzschicht zwischen Blutgefäßen und zentralem Nervensystem (ZNS).

 

C

Cerebral

Das Gehirn betreffend

Computertomographie

Abgekürzt CT; ist ein bildgebendes Verfahren in der Radiologie, bei der Schichtaufnahmen des Körpers erstellt und rechnerbasiert ausgewertet werden. Siehe auch MRT/Kernspintomographie.

Cyclophosphamid

Ein Medikament, welches nach Versagen anderer Therapien bei MS eingesetzt werden kann.

 

D

Diagnosekriterien

Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um eine bestimmte Diagnose wie MS zu sichern. Detaillierte Hinweise finden sich in den Leitlinie (siehe Begriff Leitlinie) – wesentliche Diagnosekriterien, die Ärzte einhalten sollten, sind in MS Gemeinsam abgebildet.

Dimethylfumarat (Fumarsäure)

Medikament zur Therapie von MS (bestimme Verlaufsform/Krankheitsschwere).

Dysarthrie

Sprachstörung.

Dysmetrie

Bewegungsstörungen; gezielte Bewegungen sind erschwert.

 

E

EDSS

Expanded Disability Status Scale, vereinfacht übersetzt: „Skala des Schweregrads der Behinderung“; es handelt sich dabei um eine 10-stufige Skala zur Erfassung neurologischer Schäden. Ist in MS Gemeinsam abgebildet. Bestimmte eigene Behandlungs- und sonstige Maßnahmen können auf MS Gemeinsam auch mit Patienten mit ähnlichem EDSS-Schweregrad verglichen werden.

Epilepsie, Epileptischer Anfall

Krampfanfall durch erhöhte elektrische Aktivität im Gehirn.

Erektile Dysfunktion

Erektionsstörung beim Mann.

Evozierte Potenziale

Diagnostische Messung der elektrischen Ströme im Gehirn z. B. in der Sehbahn, Hörbahn oder beim Fühlen.

 

F

Faszikulationen/Faszikulieren

Regelloses, blitzartiges Muskelzucken,

Fatigue

Starke Müdigkeit/Erschöpfung.

Fingolimod

Medikament zur Therapie von MS (bestimme Verlaufsform/Krankheitsschwere).

 

G

Gabapentin

Medikament zur Behandlung der Epilepsie und auch zur Schmerzbehandlung.

Gadolinium

Ein Kontrastmittel, welches häufig bei einem MRT eingesetzt wird.

Generikum

Medikament/Wirkstoff, dessen Patentschutz abgelaufen ist und welches nun auch von anderen Herstellern produziert und vertrieben werden darf

Gesichtsfeld

Bezeichnet den Teil der Umwelt, der bei unbewegter Kopfhaltung vom Patienten gesehen wird

Glatirameracetat

Medikament zur Therapie von MS (bestimme Verlaufsform/Krankheitsschwere).

 

H

Hemiparese

Halbseitenlähmung.

Hippotherapie

Reittherapie.

Hypalgesie

Herabgesetztes Schmerzempfinden.

Hypästhesie

Herabgesetztes Berührungsempfinden.

Hyperalgesie

Überempfindlichkeit bei Schmerzen.

Hyperästhesie

Überempfindlichkeit bei Berührungen.

 

I

Immunglobuline

Bestimmte Bluteiweiße, die für die Immunabwehr fremder Stoffe wichtig sind.

Immunmodulatorische Stufenbehandlung

Therapiekonzept zur Behandlung der MS.

Immunsuppressiva

Medikamente zur Unterdrückung bzw. Abschwächung des Immunsystems.

Immuntherapie

Medikamentöse Beeinflussung eines gestörten Immunsystems. Die immunmodulatorische Therapie ist ein Beispiel.

Interferon beta-1b/beta-1a

Medikament zur Therapie von MS (bestimme Verlaufsform/Krankheitsschwere).

 

K

Kernspintomographie/Magnetresonanztomographie (MRT)

Bildgebendes Verfahren ähnlich der Computertomographie, verwendet Magnetfelder statt Röntgenstrahlung. Standarddiagnostik bei MS.

Klinisch isoliertes Syndrom (KIS)

Erstmaliges Auftreten einer neurologischen Funktionsstörung – siehe MS Verlaufsformen auf dieser Homepage.

Kognitive Störungen

Störungen der Aufmerksamkeit, der Konzentration und des Gedächtnisses. Treten relativ häufig bei der MS auch unabhängig von den Schüben auf.

Kortison

Körpereigenes Hormon; hemmt beispielsweise Entzündungen und unterdrückt immunologische/allergische Reaktionen

Kortikoide / Kortikosteroide

Zu den Kortikoiden, auch Kortikosteroide genannt, werden verschiedene Wirkstoffe gezählt, die in ihrer chemischen Struktur und Wirkung dem körpereigenen Kortison.

 

L

Läsionen

Durch Entzündung geschädigte Gewebestellen; Läsionen können bei einem MRT nachgewiesen werden.

Leitlinie

Ein renommierter Kreis an Spezialisten sichtet in systematischer Weise den Stand der wissenschaftlichen Forschung zur Diagnose und Behandlung einer Erkrankung. Das Ergebnis ist eine Leitlinie, die Empfehlungen zur Diagnose und Behandlung einer Erkrankung gibt.

Liquor

Abkürzung „Liquor cerebrospinalis“: Nervenwasser, das Gehirn und Rückenmark (ZNS) umgibt.

Lumbalpunktion/Liquortest

Verfahren für die Gewinnung von Nervenwasser (Liquor); Standarddiagnostik der MS.

 

M

Magnetresonanztomographie (MRT)

Siehe Kernspintomographie.

Mitoxantron

Medikament zur Therapie von MS (bestimme Verlaufsform/Krankheitsschwere).

MS Gemeinsam

Interaktive App, die MS-Patienten hilft, Diagnose und Behandlung zu beurteilen und eigene Erfahrungen mit anderen Patienten zu vergleichen.

MSFC

Bewertungsskala für die Beurteilung des Behinderungsgrads. Neben der Beinfunktion und der Gehfähigkeit werden auch die Armfunktion und die geistigen Fähigkeiten berücksichtigt.

Muskelrelaxans

Muskelaxantien sind Medikamente, die zu einer Erschlaffung der Muskulatur führen.

Myelin

Hüllsubstanz.

 

N

Natalizumab

Medikament zur Therapie von MS (bestimme Verlaufsform/Krankheitsschwere).

Nervenfasern

Lange, faserartige Fortsätze der Nervenzellen, umgeben von Myelin.

Neurologisch

Das Nervensystem betreffend.

Nystagmus

Augenzittern.

 

O

Oligoklonale Banden

Eine bestimmte Konstellation von Antikörpern im Nervenwasser („Liquor“). Typischer Befund bei MS.

Optikusneuritis

Entzündung des Sehnervs.

 

P

Parästhesie

Spontane Missempfindungen, die sich als Taubheitsgefühl, Brennen oder Schmerzen bei geringen Berührungen äußern.

Parese

Lähmung der Muskulatur

Paroxysmale Schmerzen

Schmerzen, die plötzlich auftreten und nach kurzer Dauer wieder verschwinden.

Peginterferon beta-1

Siehe Interferone.

Plaque

Entzündliche Veränderungen (Entzündungsherde) in der weißen Substanz des ZNS.

Primär progrediente MS (PPMS)

Bei dieser Verlaufsform der MS kommt es von Beginn an zu einer kontinuierlichen Verschlechterung, ohne dass Schübe im eigentlichen Sinn auftreten. Siehe Beschreibung Verlaufsformen auf dieser Homepage.

Pyramidenbahn

Leitungsbahn des zentralen Nervensystems.

 

R

Remission

Vorübergehende oder dauerhafte Besserung bzw. Verschwinden von Symptomen

Remittierend

Mit einer Remission einhergehend

Rezidivierend-remittierende MS (RRMS)

Häufigste Form der MS, durch schubförmigen Verlauf gekennzeichnet. Siehe Beschreibung der Verlaufsformen auf dieser Homepage.

 

S

Schub

Ein MS-Schub liegt vor, wenn sich neue oder frühere Symptome innerhalb von Stunden oder Tagen entwickeln und die Schubbeschwerden länger als einen Tag andauern; in der Regel liegt ein MS-Schub vor, wenn der letzte Schub mindestens einen Monat vergangen ist. Schübe können sich vollständig oder unvollständig zurückbilden. Bei einem Schub können Entzündungsherde neu auftreten oder alte Entzündungsherde reaktiviert werden. Um als MS-Schub klassifiziert zu werden, sollte er nicht mit Infektionen/Änderungen der Körpertemperatur erklärt werden können.

Schubtherapie

Medikamentöse oder nicht medikamentöse Therapie zur Behandlung eines MS-Schubes.

Sekundär progrediente MS (SPMS)

Die Erkrankung beginnt schubförmig, geht dann aber in eine Phase der kontinuierlichen Verschlechterung, mit oder ohne zusätzliche (aufgesetzte) Schübe, über. Siehe Beschreibung der Verlaufsformen auf dieser Homepage.

Spastik

Muskelsteifigkeit durch zentrale Störungen.; d.h. im Gehirn oder Rückenmark (ZNS) gelegene Störungen

Stoßtherapie

Wird bei akuten Schüben eingesetzt. Die Stoßtherapie wird mit hochdosiertem Kortison durchgeführt.

 

T

Tetraparese

Lähmung von Beinen und Armen.

Teriflunomid

Medikament zur Therapie von MS (bestimme Verlaufsform/Krankheitsschwere).

Tremor

Zittern häufig z.B. der Hände oder des Kopfes.

 

V

Verlaufsmodifizierende Therapie

Die verlaufsmodifizierende Therapie ist eine Langzeittherapie bei schubförmiger MS. Man unterscheidet verlaufsmodifizierende Therapien für die milde und moderate Verlaufsform sowie Therapien für die (hoch-) aktive Verlaufsform der schubförmigen MS. Bei milder und moderater schubförmiger MS kommen Präparate wie Peginterferon beta-1a, Interferon beta-1a, Interferon beta-1b, Dimethylfumarat, Glatirameracetat, Teriflunomid und Azathioprin zum Einsatz. Natalizumab, Fingolimod und Alemtuzumab sind für die verlaufsmodifizierende Therapie bei (hoch-) aktiver Verlaufsform der schubförmigen MS zugelassen. Mitoxantron ist das Mittel der zweiten Wahl bei (hoch-) aktiver schubförmiger MS. Dies alles ist in MS Gemeinsam neben anderen Elementen der Leitlinie abgebildet.

Visuell evozierte Potenziale (VEP)

Über die Haut am Hinterkopf abgeleitete elektrische Potenziale die nach optischer Reizung aufgezeichnet werden. Wird häufig in der Diagnostik der MS eingesetzt.

Visusreduktion

Verminderung der Sehkraft.

 

W

Weiße Substanz
Im Wesentlichen aus Nervenfasern bestehender Teil des Zentralnervensystems (ZNS).

 

Z

Zentrales Nervensystem (ZNS)

Überbegriff für Gehirn und Rückenmark.

Zytokin

Zytokine sind Botenstoffe, die für die Kommunikation der Immunzellen untereinander von Bedeutung sind.